25.06.2020

Energiewende durch Geothermie?

Energiewende durch Geothermie?Bild: SPD - Graben-Neudorf

Geothermie als Alternativenergie in aller Munde. Es ranken sich um diese Energieform, um die Gewinnung und deren mögliche Auswirkungen wie auch um den Kosten- / Nutzeneffekt zahlreiche und nicht immer fundierte Aussagen und Meinungen. Da es hier um uns, unsere Umwelt und um unsere Sicherheit geht, entschloss sich der Vorstand der SPD-Graben-Neudorf die Deutsche Erdwärme GmbH (DEW) um einen Informationsabend zu bitten. Nach kurzer Kontaktaufnahme mit dem Kommunikationsbeauftragten der DEW, Herrn Roman Link, wurde schnell ein Termin für eine Infoveranstaltung gefunden.

Am 18.6. kam der Vorstand in der AWO mit den Herren von der DEW zur Information zusammen. In der Versammlung stellten die Herren Link und Naumann das Unternehmen Deutsche Erdwärme und sich selbst mit ihren Funktionen vor. Im Laufe der Sitzung wurde die Zielsetzung der DEW erläutert und das Bohrvorhaben im Detail vorgestellt. Es wurden Fragen nach der Bohrtiefe und Wassertemperatur, dem Wirkungsgrad, dem Vermarktungskonzept und dem angestrebten Klientel sowie dem Nutzen für die Gemeinde und deren Bewohnern gestellt. Angestrebte Bohrtiefe wurde mit 3500 – 3700 Metern bei einer Wassertemperatur 160-170°C angegeben. Der Nutzen für die Gemeinde und Ihren Bewohner besteht im Nutzen der Wärme und dem erzeugten Strom. Auf mögliche Gefahren in Verbindung mit Staufen, Landau und anderen misslungenen Vorhaben angesprochen wurde eine gleichartige Gefahr für unsere Gemeinde verneint und als Begründung auf entsprechende Expertisen von namhaften Geologen verwiesen. Der Hauptgrund für eine Verneinung läge in der geologischen Bodenbeschaffenheit zwischen Staufen und Graben-Neudorf.

In Bezug auf Staufen liege die gefährliche Gips-Keuper Schicht in Staufen bei ca. 80 bis 160 Meter und in G-N bei ca. 3000 Metern.

Der Unterschied besteht darin, dass, falls es zu Wasseraustritt in die Keuper Schicht kommen sollte eine Verwerfung durch das Aufquellen der Gipsschicht durch den in dieser Tiefe herrschenden Druck nicht zu erwarten bzw. unmöglich wäre. Um einen Austritt von Tiefenwasser durch das Bohrverfahren und der anschließenden Wasserförderung auszuschließen wird in einem Rohr in Rohrverfahren die Bohrstelle nach außen zum Gestein hin abgedichtet. Bei dem Verfahren werden überlappende Rohre mit jedem Bohrvorstoß nach unten gebracht bis sie die Bohrstelle abdichten. Bei der Rücklaufleitung wird ebenso verfahren werden. Durch dieses Dichtverfahren ist ein Wassereintritt ins Gestein nahezu unmöglich, so dass es deshalb auch nicht zu Verwerfungen bzw. Erdbeben auf Grund der Bohraktivitäten oder des Betriebes kommen wird. Eine weitere Sicherheit vor unvorhergesehenen Seismischen Unwägbarkeiten stellen die in einem Radius von ca. 3,5 km um die Bohrstelle verteilten Seismischen Sensoren da, welche bei einem festgelegten Schwellenwert Alarm auslösen wonach die Anlage abgeschaltet werden wird. Der Schwellenwert wird durch das Bergamt festgelegt und nicht durch den Betreiber.

Die Frage nach einer Haftung bei eventuellen Beschädigungen an Immobilien oder anderen Sachwerten durch die Bohrungen oder den Betrieb wurde mit der Beweisumkehr beantwortet, also es wurde keine klare Regelung für den Schadensfall zu bzw. ausgesagt, sodass diese hochinteressante Frage unbeantwortet ist.

Abschließend sei gesagt, viele Fragen wurden beantwortet aber nicht zu aller Zufriedenheit. Wir werden am Ball bleiben.